Ob in der Antihaft-Pfanne, der Regenjacke oder dem Lippenstift – per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) begegnen uns täglich, oft ohne dass wir es wissen. Die langlebigen Chemikalien haben sich weltweit in der Umwelt und im menschlichen Körper angesammelt, während das Wissen über ihre Risiken oft hinterherhinkt.

Bekannte PFAS-Verbindungen: über 10.000 ·
Nachweis im Blut der US-Bevölkerung: 98 % der Proben (CDC) ·
EU-Grenzwert für die Summe von PFAS im Trinkwasser: 0,1 µg/l ·
Höchstgehalt an PFOS in Eiern (EU-Verordnung): 5,0 µg/kg

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Die genauen gesundheitlichen Auswirkungen vieler einzelner PFAS sind noch nicht vollständig erforscht (EFSA)
  • Langzeitfolgen einer niedrigen chronischen Exposition sind Gegenstand laufender Studien (BfR)
  • Daten zur PFAS-Belastung in Kosmetika sind lückenhaft (UBA)
3Zeitleisten-Signal
  • 1940er Jahre: Erste Synthese von PFAS (Teflon-Erfindung) (Wikipedia)
  • 2009: Aufnahme von PFOS in das Stockholmer Übereinkommen (Wikipedia)
  • 2023: EU-Kommission schlägt umfassende PFAS-Beschränkung vor (ZDFheute)
4Wie es weitergeht
  • Ab 12. Januar 2026: Summengrenzwert von 100 ng/L für 20 PFAS im Trinkwasser (ZDFheute)
  • Ab 2028: Grenzwert von 20 ng/L für vier besonders kritische PFAS (ZDFheute)
  • EU-weites Verbot für zahlreiche PFAS-Anwendungen in Diskussion (UBA)
Fünf zentrale Kennzahlen zu PFAS – auf einen Blick
Kennzahl Wert
Anzahl bekannter PFAS-Verbindungen > 10.000
Nachweis im Blut 98 % der US-Bevölkerung haben PFAS im Blut (CDC)
EU-Grenzwert Trinkwasser (Summe PFAS) 0,1 µg/l
Höchstgehalt PFOS in Eiern (EU) 5,0 µg/kg
Halbwertszeit PFOS im Körper ca. 5,4 Jahre

Was sind PFAS?

Definition und chemische Eigenschaften

  • Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind aliphatische organische Verbindungen mit starken Kohlenstoff-Fluor-Bindungen (Bundesamt für Risikobewertung (BfR)).
  • Diese Bindungen gehören zu den stabilsten in der organischen Chemie – PFAS zersetzen sich in der Umwelt praktisch nicht und werden daher als „ewige Chemikalien“ bezeichnet (Umweltbundesamt (UBA)).
  • Ihre wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften machen sie für unzählige Industrie- und Verbraucherprodukte attraktiv (BfR).

Der Clou der PFAS ist zugleich ihr Fluch: Dieselbe chemische Stabilität, die sie als Beschichtung so effektiv macht, sorgt dafür, dass sie in der Umwelt Jahrzehnte überdauern und sich in Lebewesen anreichern.

Welche PFAS-Verbindungen gibt es?

  • Weltweit sind über 10.000 verschiedene PFAS bekannt. Die beiden am besten untersuchten Vertreter sind Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroktansäure (PFOA) (Wikipedia).
  • PFOS wurde 2009 in das Stockholmer Übereinkommen aufgenommen und ist seither international weitgehend verboten (Wikipedia).
  • PFOA folgte 2019. Viele Hersteller sind auf kürzerkettige PFAS ausgewichen, deren Toxikologie jedoch weniger gut erforscht ist (EFSA).

Die Konsequenz: Die Stoffgruppe wächst ständig, aber das Wissen um die Risiken hält nicht Schritt – ein klassischer Fall von „viele Substanzen, wenig Daten“.

Das Paradox

Über 10.000 PFAS sind bekannt, doch für die allermeisten fehlen toxikologische Daten. Verbraucher und Behörden tappen bei neuen Ersatzstoffen oft im Dunkeln.

Wo kommen PFAS vor?

PFAS in Alltagsprodukten

  • PFAS stecken in beschichteten Textilien (Outdoor-Jacken, Regenhosen), Antihaft-Pfannen, Backpapier und Imprägniersprays (BfR).
  • Selbst Zahnseide und wasserfeste Kleidung für Kinder können PFAS enthalten (UBA).

Die Bandbreite ist enorm: Vom Kochgeschirr bis zur Skihose – überall dort, wo etwas schmutz-, fett- oder wasserabweisend sein soll, können PFAS zum Einsatz kommen.

PFAS in Kosmetika

  • Lippenstifte, Mascara, Sonnenschutzmittel und Foundations können PFAS enthalten, um die Haltbarkeit oder die Wasserfestigkeit zu verbessern (BfR).
  • Eine US-Studie wies PFAS in über der Hälfte von 231 getesteten Kosmetikprodukten nach – die Datenlage für den deutschen Markt ist bislang lückenhaft (UBA).

PFAS in Teebeuteln

  • Einige Teebeutel aus Papier sind mit PFAS imprägniert, um die Nassfestigkeit zu erhöhen. Beim Aufbrühen können die Chemikalien in den Tee übergehen (BfR).
  • Alternativen: Tee aus losen Blättern oder Beutel ohne Kennzeichnung „fluorhaltig“ (Belgische Gesundheitsbehörde).

PFAS in Lebensmittelverpackungen

  • Fast-Food-Verpackungen, Pizzakartons und Mikrowellen-Popcorntüten sind häufig mit PFAS beschichtet, um ein Durchweichen zu verhindern (BfR).
  • Aus den Verpackungen können PFAS auf das Lebensmittel übergehen – besonders bei heissen und fetthaltigen Speisen (UBA).

Die Quintessenz: PFAS sind keine exotische Gefahr, sondern allgegenwärtig. Wer sie vermeiden will, muss bei Produkten aus vielen Lebensbereichen genau hinschauen.

Was zu tun ist

Achten Sie bei Kosmetika, Verpackungen und Küchenutensilien auf Kennzeichnungen wie „fluorhaltig“ oder „PFC-frei“ – das ist der erste Schritt zur bewussten Vermeidung.

Welche Lebensmittel enthalten viel PFAS?

Fisch und Meeresfrüchte

  • Fisch aus belasteten Gewässern kann hohe PFAS-Konzentrationen aufweisen, da sich die Substanzen in der Nahrungskette anreichern (BfR).
  • Die belgische Gesundheitsbehörde empfiehlt, den Verzehr von Schalentieren und Fisch zu mässigen, um die PFAS-Aufnahme zu reduzieren (Belgische Gesundheitsbehörde).

Eier und Fleisch

  • Eier von Freilandhühnern können erhöhte PFAS-Werte enthalten – insbesondere wenn die Hühner in der Nähe von Industriegebieten oder belasteten Böden gehalten werden (BfR).
  • Das BfR empfiehlt, Wildschweinleber und daraus hergestellte Produkte wegen hoher PFAS-Belastung nicht zu verzehren (BfR).
  • Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMUKN) empfiehlt für Innereien von Wildtieren nur gelegentlichen Verzehr, etwa alle zwei bis drei Wochen (BfR).

Pflanzliche Lebensmittel

  • Gemüse und Obst, das in der Nähe von Industriegebieten angebaut wird, kann über kontaminierte Böden und Bewässerungswasser mit PFAS belastet sein (UBA).
  • Die belgische Behörde rät zu frischen, unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln und zum Waschen oder Schälen von Obst und Gemüse vor dem Verzehr (Belgische Gesundheitsbehörde).

Fünf Lebensmittelkategorien, eine Richtung: Wer PFAS-reduziert essen möchte, sollte auf eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Ernährung setzen und Wildinnereien meiden.

PFAS-Belastung in Lebensmitteln – welche Kategorien besonders betroffen sind
Lebensmittel Typische Belastung Empfehlung der Behörden
Fisch aus Binnengewässern Hoch Mässiger Verzehr (Belgische Gesundheitsbehörde)
Wildschweinleber Sehr hoch Nicht verzehren (BfR)
Freiland-Eier Erhöht (regional) Kein pauschales Verbot, aber regionale Hinweise beachten (BfR)
Gemüse/Obst (Eigenanbau) Abhängig vom Standort Waschen oder schälen (Belgische Gesundheitsbehörde)
Meeresfisch Mässig–niedrig Als Teil einer ausgewogenen Ernährung unbedenklich (EFSA)

Enthält Leitungswasser PFAS?

Wie gelangen PFAS ins Trinkwasser?

  • PFAS gelangen durch Industrieabwässer, Löschschaum aus Übungsplätzen und Klärschlammdüngung ins Grundwasser (Umweltbundesamt (UBA)).
  • Das UBA hat bereits 2017 Leitwerte und gesundheitliche Orientierungswerte für 13 PFAS im Trinkwasser abgeleitet (UBA).

Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser

  • Ab dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland ein Summengrenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für 20 trinkwasserrelevante PFAS (ZDFheute).
  • Ab 2028 tritt zusätzlich ein Grenzwert von 20 Nanogramm pro Liter für vier besonders kritische PFAS in Kraft (ZDFheute).
  • Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) betont, dass bei Einhaltung dieser Massnahmenhöchstwerte über maximal zehn Jahre keine Gesundheitsgefährdung zu besorgen ist (DVGW).
  • Trinkwasser in Deutschland wird regelmässig auf PFAS getestet; vielerorts liegen die Werte unter dem Grenzwert (DVGW).

Die Botschaft: Das deutsche Trinkwasser ist kontrolliert und sicher – die neuen Grenzwerte senken die Belastung weiter. Wer trotzdem filtern möchte, sollte auf Aktivkohlefilter mit Zertifikat setzen.

Was macht PFAS im Körper?

Anreicherung im Körper

  • PFAS reichern sich im Körper an und werden nur sehr langsam ausgeschieden. Die Halbwertszeit von PFOS beträgt beim Menschen etwa 5,4 Jahre (EFSA).
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmewert (TWI) von 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht für die Summe von vier PFAS festgelegt (EFSA).
  • Die BfR-Schätzung zur Gesamtaufnahme dieser vier PFAS liegt im Median im Bereich dieses TWI – viele Menschen erreichen oder überschreiten den Wert bereits durch die normale Ernährung (BfR).

Gesundheitliche Auswirkungen und Studien

  • Studien zeigen Zusammenhänge mit erhöhten Cholesterinwerten, Lebertoxizität, Schilddrüsenstörungen und einer verminderten Immunantwort auf Impfungen (EFSA).
  • Für PFOS und PFOA besteht ein begründeter Verdacht auf Krebsförderung – die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat PFOA als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ eingestuft (Wikipedia).
  • Kinder sowie Frauen im gebärfähigen Alter, einschliesslich Schwangerer und Stillender, sollen nach Bewertung des BMUKN keine Wildschweinleber oder daraus hergestellte Produkte essen (BfR).

Der Stand der Forschung ist eindeutig: PFAS sind keine harmlosen Industriechemikalien. Die Beweislage für einzelne Vertreter ist stark, für die grosse Mehrheit der 10.000 Substanzen jedoch dünn – hier liegt das eigentliche Risiko.

Die gesundheitliche Schieflage

Für zwei Dutzend PFAS liegen solide toxikologische Daten vor – für die restlichen über 9.970 Verbindungen ist die Studienlage unzureichend. Verbraucher sind faktisch Versuchspersonen für nicht getestete Ersatzstoffe.

Kann man PFAS aus dem Körper entfernen?

Möglichkeiten der Ausscheidung

  • Der Körper scheidet PFAS über Urin und Stuhl aus, der Prozess kann Jahre bis Jahrzehnte dauern (BfR).
  • Blutspenden kann die PFAS-Konzentration im Blut senken – Studien zeigen eine Reduktion um etwa 10 bis 30 Prozent pro Spende bei hohen Ausgangswerten (BfR).
  • Medikamente zur beschleunigten Ausscheidung sind nicht verfügbar (BfR).

Ernährungsstrategien

  • Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichendes Trinken können die Ausscheidung über den Darm unterstützen (Belgische Gesundheitsbehörde).
  • Verarbeitete Lebensmittel meiden und auf frische, unverpackte Produkte setzen – das reduziert nicht nur PFAS, sondern verbessert die allgemeine Ernährung (Belgische Gesundheitsbehörde).

Medizinische Ansätze

  • Derzeit gibt es kein zugelassenes Medikament, das PFAS gezielt aus dem Körper entfernt (BfR).
  • Forscher untersuchen Wirkstoffe wie Cholestyramin – ein Mittel gegen hohe Cholesterinwerte – das PFAS im Darm binden könnte. Die Ergebnisse sind vorläufig (EFSA).

Die Realität: Einmal aufgenommen, bleiben PFAS über Jahre im Körper. Wer die Belastung senken will, muss vor allem die weitere Zufuhr stoppen – und das heisst: Produkte gezielt meiden.

Sechs praktische Schritte zur PFAS-Vermeidung im Alltag

  1. Küche entrüsten: Ersetzen Sie Antihaft-Pfannen durch Edelstahl, Gusseisen oder Keramik. Backpapier ohne Fluorchemie verwenden.
  2. Trinkwasser prüfen: Informieren Sie sich bei Ihrem lokalen Wasserversorger über PFAS-Werte. Aktivkohlefilter mit Zertifikat können belastetes Wasser reinigen.
  3. Outdoor-Kleidung gezielt kaufen: Achten Sie auf Siegel wie „PFC-frei“, „bluesign“ oder „GOTS“. Viele Marken wie Vaude, Jack Wolfskin oder Patagonia bieten PFAS-freie Impregnierungen an.
  4. Kosmetika checken: Meiden Sie Produkte mit Inhaltsstoffen, die „perfluor“ oder „polyfluor“ im Namen tragen. Datenbanken wie CodeCheck helfen bei der Identifikation.
  5. Lebensmittel bewusst wählen: Wildschweinleber komplett meiden, Fisch und Innereien in Massen geniessen, Obst und Gemüse waschen oder schälen.
  6. Blut spenden: Wenn Sie hohe PFAS-Werte vermuten, kann regelmässiges Blutspenden die Konzentration senken – und hilft obendrein anderen Menschen.
Die wirksamste Massnahme

Für Verbraucher in Deutschland ist der konsequente Verzicht auf PFAS-haltige Produkte der effektivste Hebel – mehr noch als jeder Ernährungs- oder Filter-Trick.

Zeitleiste: PFAS vom Labor zur weltweiten Regulierung

  • 1940er Jahre: Erstmalige Synthese von PFAS; Teflon wird als Antihaft-Beschichtung populär (Wikipedia).
  • 2000er Jahre: Wissenschaftliche Erkenntnisse über Umweltpersistenz und Gesundheitsschäden nehmen zu (EFSA).
  • 2009: Aufnahme von PFOS in das Stockholmer Übereinkommen – internationales Verbot tritt in Kraft (Wikipedia).
  • 2020: EU legt neuen Grenzwert für PFAS im Trinkwasser fest (0,1 µg/l) (ZDFheute).
  • 2023: EU-Kommission schlägt umfassende Beschränkung für Tausende PFAS vor – der weitreichendste Regulierungsvorstoss weltweit (UBA).

Der Trend ist klar: Die Regulierung holt auf, aber das Tempo ist langsam gemessen an der Geschwindigkeit, mit der neue PFAS auf den Markt kommen.

Was gesichert ist – und was nicht

Bestätigte Fakten

  • PFAS sind extrem persistent und reichern sich in Umwelt und Körper an (BfR).
  • Bestimmte PFAS (PFOS, PFOA) sind toxisch und stehen im Verdacht, Krebs zu fördern (EFSA).
  • Trinkwasserbelastung ist in vielen Regionen nachweisbar (UBA).
  • Der EU-Grenzwert von 0,1 µg/l ab 2026 senkt die Belastung weiter (ZDFheute).

Was unklar ist

  • Die genauen gesundheitlichen Auswirkungen vieler einzelner PFAS sind noch nicht vollständig erforscht (EFSA).
  • Langzeitfolgen einer niedrigen chronischen Exposition sind Gegenstand laufender Studien (BfR).
  • Daten zur PFAS-Belastung in Kosmetika und Teebeuteln auf dem deutschen Markt sind lückenhaft (UBA).
  • Ob neuere, kürzerkettige Ersatzstoffe wirklich sicherer sind, ist nicht abschliessend geklärt (EFSA).

Stimmen aus Wissenschaft und Behörden

„PFAS sind so persistent, dass sie als „ewige Chemikalien“ bezeichnet werden. Sie bauen sich in der Umwelt nicht ab und reichern sich im menschlichen Körper an.“

– Bundesamt für Risikobewertung (BfR)

„Die Exposition gegenüber PFAS kann das Immunsystem beeinträchtigen, die Leber schädigen und den Hormonhaushalt stören. Die Höhe der Aufnahme liegt bei einem Teil der Bevölkerung bereits im Bereich des tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmewerts.“

– Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)

„Bei Einhaltung der Massnahmenhöchstwerte für PFAS im Trinkwasser ist über maximal zehn Jahre keine Gesundheitsgefährdung zu besorgen.“

– Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW)

Drei Institutionen, ein Tenor: Die Risiken sind real und werden von den zuständigen Behörden ernst genommen. Gleichzeitig betonen alle, dass die aktuelle Belastung in Deutschland in vielen Bereichen unterhalb kritischer Schwellen liegt.

Fazit

PFAS sind keine abstrakte Umweltgefahr – sie sind in Küchen, Kleiderschränken und Badezimmern deutscher Haushalte präsent. Die Behörden haben die Risiken erkannt und regulieren mit neuen Trinkwassergrenzwerten und einem geplanten EU-weiten Verbot. Für Verbraucher in Deutschland ist die Handlungsmaxime klar: PFAS-haltige Produkte bewusst meiden, auf frische, unverarbeitete Lebensmittel setzen und bei Trinkwasser und Küchenutensilien auf geprüfte Alternativen achten – oder die Belastung über Jahre im Körper behalten.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen per- und polyfluorierten Alkylverbindungen?

Perfluorierte Verbindungen haben alle Wasserstoffatome am Kohlenstoffgerüst durch Fluor ersetzt – sie sind vollständig fluoriert. Polyfluorierte Verbindungen haben nur teilweise fluorierte Kohlenstoffketten und können im Körper oder in der Umwelt zu perfluorierten Verbindungen abgebaut werden (BfR).

Wie teste ich mein Trinkwasser auf PFAS?

Wasserwerte sind in Deutschland öffentlich einsehbar – fragen Sie bei Ihrem lokalen Wasserversorger nach den aktuellen PFAS-Messwerten. Private Labortests kosten etwa 100 bis 200 Euro und werden von akkreditierten Umweltlaboren angeboten (DVGW).

Sind PFAS in Kleidung enthalten?

Ja, vor allem in Outdoor-Bekleidung mit wasser- und schmutzabweisender Imprägnierung. Viele Hersteller bieten inzwischen PFC-freie Alternativen an. Achten Sie auf Siegel wie „bluesign“ oder „GOTS“ (UBA).

Welche PFAS-freien Alternativen gibt es beim Kauf von Pfannen?

Edelstahl-, Gusseisen- und Keramikpfannen sind PFAS-frei. Sie benötigen etwas mehr Fett und Einbrennen, halten aber bei richtiger Pflege jahrzehntelang (BfR).

Kann man PFAS aus dem Trinkwasser filtern?

Ja, Aktivkohlefilter mit spezieller Zertifizierung können PFAS reduzieren. Nicht alle handelsüblichen Filter sind dafür geeignet – achten Sie auf Prüfsiegel von unabhängigen Instituten (DVGW).

Gibt es ein PFAS-Verbot in der EU?

PFOS und PFOA sind bereits weitgehend verboten. Die EU-Kommission hat 2023 eine umfassende Beschränkung für Tausende PFAS vorgeschlagen – die Entscheidung wird für 2025 erwartet (ZDFheute).

Welche PFAS sind besonders gut untersucht?

PFOS und PFOA sind die am besten erforschten Vertreter. Für sie liegen umfangreiche toxikologische Daten und klare Grenzwerte vor. Für die meisten der über 10.000 weiteren PFAS ist die Studienlage deutlich dünner (EFSA).