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High-VG E-Liquid: Was Sie über hohe VG-Anteile wissen müssen

Thomas Davies Thompson • 2026-05-05 • Gepruft von Oliver Weber

Wer auf dichte Wolken steht, kennt die magische Zutat: pflanzliches Glycerin. E-Liquids mit hohem VG-Anteil versprechen sichtbare Dampfschwaden, aber nicht jedes Mischverhältnis passt zu jedem Gerät. In diesem Leitfaden erfahren Sie, was High-VG genau bedeutet, ob 100 % VG sicher ist und wie Sie das ideale Verhältnis für Ihren Dampfer finden – mit konkreten Daten und europäischen Bewertungen.

Übliches Mischverhältnis: 70 % VG / 30 % PG ·
Dampfproduktion: Bis zu 50 % mehr als 50/50 Liquids ·
Geschmacksintensität: Etwas schwächer als PG-lastige Liquids ·
Empfohlener Verdampfer: Subohm (Widerstand < 1 Ohm) ·
Geeignet für: Direkt-zu-Lunge (DL) Dampfer

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
Sechs zentrale Kenngrößen, die jedes Mischverhältnis definieren.
Eigenschaft Wert / Details
Üblicher VG-Anteil in High-VG-Liquids 70–100 %
Hauptbestandteil Pflanzliches Glycerin (E422)
Zweitbestandteil Propylenglykol (E490)
Dampfproduktion im Vergleich zu 50/50 ca. 30–50 % mehr
Empfohlener Verdampferwiderstand 0,1–0,6 Ohm (Subohm)
Typische Nikotinstärke 0–6 mg/ml (bei Subohm niedriger)

Was sind High-VG-E-Liquids?

High-VG-Liquids enthalten mindestens 70 % pflanzliches Glycerin (VG). Der Rest besteht meist aus Propylenglykol (PG), Aromen und optional Nikotin. Während PG für den sogenannten Throat Hit – das leichte Kratzen im Rachen – und die Aromenabgabe zuständig ist, sorgt VG für die dichten, sichtbaren Dampfwolken, die viele Dampfer schätzen (Innocigs – Fachhändler).

Unterschied zwischen VG und PG

  • VG (pflanzliches Glycerin, E422): Farblos, dickflüssig, leicht süßlich. Erzeugt sehr dichten Dampf und mildert den Throat Hit (Innocigs – Fachhändler).
  • PG (Propylenglykol, E490): Farblos, dünnflüssig, fast geruchlos. Trägt den Großteil des Aromas und erzeugt den charakteristischen Throat Hit. Zugelassen als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 (Innocigs – Fachhändler).

Typische Mischverhältnisse: 70/30, 80/20, 100 % VG

Drei Verhältnisse dominieren den Markt:

  • 70 % VG / 30 % PG: Der Standard für High-VG. Dichte Wolken bei noch ausreichendem Geschmack und Throat Hit.
  • 80 % VG / 20 % PG: Für extreme Dampfproduktion, aber schwacher Geschmack (Mistersmoke – Fachhändler).
  • 100 % VG: Selten und nur für spezielle Subohm-Verdampfer geeignet, da die hohe Viskosität herkömmliche Coils verstopft (Totally Wicked – Fachhändler).

Der Kompromiss: Je mehr VG, desto weniger Geschmack – wer auf intensive Aromen setzt, bleibt bei 70/30.

Was das bedeutet: High-VG ist keine Einheitslösung – das Verhältnis bestimmt, ob Sie Wolken oder Aroma priorisieren.

Ist 100% VG E-Liquid sicher?

Diese Frage bewegt viele Dampfer – doch die kurze Antwort lautet: nach aktuellem Kenntnisstand ja, aber mit wichtigen Einschränkungen. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stuft pflanzliches Glycerin als nicht gefährlich ein, und als Lebensmittelzusatzstoff (E 422) unterliegt es strengen Reinheitsanforderungen. Die Rohstoffe in E-Liquids entsprechen nach Herstellerangaben dem USP-Standard, also pharmazeutischer Reinheit (Innocigs – Fachhändler).

Gesundheitliche Bewertung von VG durch europäische Behörden

Die zuständigen Behörden unterscheiden zwischen oraler Aufnahme (als Lebensmittel) und Inhalation. Für die orale Aufnahme gilt VG als unbedenklich. Für die Inhalation liegen bislang keine eigenen toxikologischen Grenzwerte vor. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2017 in einer Stellungnahme bestätigt, dass VG in E-Liquids „wahrscheinlich sicher“ sei – aber nur unter der Voraussetzung, dass die TPD-Konzentrationsgrenzen eingehalten werden. Die Aromen selbst müssen zudem der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 entsprechen (Innocigs – Fachhändler).

Mögliche Risiken bei reinem VG ohne PG

  • Verdampferverschmutzung: Die hohe Viskosität von 100 % VG führt schneller zu Ablagerungen auf der Coil, was die Lebensdauer verkürzt und den Geschmack beeinträchtigt (Totally Wicked – Fachhändler).
  • Leckagen in Pod-Systemen: Dünnere Liquids (50/50) sind für geschlossene Pods ausgelegt; dickes High-VG kann aus den Luftlöchern tropfen (Elfbar – Herstellerinformation).
  • Mangel an Langzeitdaten: Es gibt keine unabhängige, über mehrere Jahrzehnte laufende Studie zur Inhalation von VG-Dampf beim Menschen. Die aktuellen Bewertungen stützen sich auf Kurzzeitexposition und Analogieschlüsse aus der Lebensmitteltoxikologie.
Das Paradox

VG gilt als sicher – aber die größte Gefahr geht nicht vom Stoff selbst aus, sondern von der ungeeigneten Hardware: Wer 100 % VG in einen MTL-Verdampfer füllt, riskiert Überhitzung und verbrannte Coils, nicht eine toxische Reaktion.

Was das bedeutet: Für den gelegentlichen Dampfer ist High-VG kein akutes Sicherheitsrisiko. Wer jedoch täglich und über Jahre hinweg dampft, bewegt sich in einem Bereich, für den die wissenschaftliche Datenlage noch lückenhaft ist.

Kernergebnis: Kurzzeitexpositionen gelten als unbedenklich – wer dauerhaft dampft, sollte auf TPD-konforme Produkte achten und die Hardware anpassen.

Was ist der Unterschied zwischen 50/50 und 70/30 VG/PG?

Zwei Verhältnisse, völlig unterschiedliche Dampferlebnisse. Die Wahl hängt vor allem davon ab, ob Sie dichte Wolken oder intensiven Geschmack priorisieren.

Dampfmenge und Geschmack im Vergleich

Im direkten Vergleich zeigt sich: 70/30 liefert rund 30–50 % mehr Dampf, während 50/50 den Geschmack deutlicher transportiert.

Eigenschaft 50/50 (PG/VG) 70/30 (VG/PG)
Dampfproduktion Mittel – dünnere Wolken Hoch – 30–50 % mehr (Innocigs – Fachhändler)
Geschmacksintensität Intensiv – Aromen kommen voll zur Geltung Schwächer – VG dämpft die Aromen
Throat Hit Kräftig – spürbarer Rachenreiz Mild – fast kein Kratzen
Empfohlener Zugmodus Mund-zu-Lunge (MTL) Direkt-zu-Lunge (DL)
Ideal für Einsteiger, Tabakgeschmack, Stealth-Dampfen (Innocigs – Fachhändler) Wolkenjäger, Subohm-Fans, Frucht-/Cremearomen

„High VG e‑liquids are designed for vapers who enjoy a smooth inhale and dense vapour production.“

— Vape Superstore, Produktbeschreibung

Geeignete Verdampfertypen für jedes Verhältnis

  • 50/50: Funktioniert in MTL-Verdampfern (Widerstand 1–2 Ohm) und Pod-Systemen ohne Leckageprobleme (Elfbar – Herstellerinformation).
  • 70/30 (und höher): Erfordert Subohm-Verdampfer mit Widerständen unter 1 Ohm, idealerweise 0,1–0,6 Ohm. Nur so wird das dicke Liquid ausreichend verdampft (Totally Wicked – Fachhändler).

Der Trade-off: Wer 70/30 wählt, tauscht Geschmack gegen Dampf. Wer 50/50 wählt, bekommt Aroma und Kratzen, aber weniger Wolken. Eine dritte Option für Kompromissliebhaber: 60/40 VG/PG – ein ausgewogener Mittelweg, der noch nicht zum Standard gehört.

Kernergebnis: Die Hardware entscheidet mit – MTL-Dampfer greifen zu 50/50, DL-Dampfer zu 70/30.

Welche High-VG Liquid Marken gibt es?

Der Markt für High-VG-Liquids ist in den letzten Jahren kräftig gewachsen. Zahlreiche Hersteller bieten spezielle Linien an, deren VG-Anteil meist direkt auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung genannt wird.

Bekannte Hersteller in Deutschland und Europa

  • EDGE Vaping (UK): Bietet eine Complete Range mit 70 % VG. Die Produktbeschreibung verspricht einen „smooth luxurious vape, creating more vapour“.
  • IVG (International): Große Auswahl an Premium-Liquids, viele mit 70/30 oder 80/20 VG/PG, oft in 0–6 mg/ml Nikotin.
  • Ruthless (USA/Import): Bekannt für fruchtige und cremige Aromen in 70/30-VG-Mischungen.
  • Cosmic Fog (USA/Import): High-VG-Linien mit komplexen Aromenprofilen, oft in 80/20.
  • Twelve Monkeys (International): Jungle- und Tropenfrucht-Aromen mit mindestens 70 % VG.

„Smooth luxurious vape, creating more vapour.“

— EDGE Vaping, Produktbeschreibung

Produktbeispiele und Geschmacksrichtungen

  • EDGE High VG: Erhältlich in Mango, Wassermelone, Blaubeere und classic Tabak.
  • IVG Blueberry & Raspberry: 70/30 VG/PG, 3 mg/ml Nikotin, für DL-Dampfer.
  • Ruthless Grape Drank: 70/30, bekannt für Traubenaroma mit leichter Kühle.

Der Hinweis: Viele dieser Marken importieren aus dem Vereinigten Königreich oder den USA. Achten Sie bei Kauf in Deutschland auf die Kennzeichnung gemäß TPD: Nikotinflasche mit Kindersicherung, maximal 10 ml Nikotinstärke und die vorgeschriebenen Warnhinweise.

Wie wählt man das richtige VG/PG Verhältnis?

Die Wahl des richtigen Verhältnisses ist keine Frage von „gut“ oder „schlecht“, sondern von Hardware, Dampfstil und persönlichem Geschmack.

Schritt-für-Schritt Entscheidungsfindung

  1. Bestimmen Sie Ihren Verdampfertyp: Subohm (Widerstand < 1 Ohm) = High-VG (70 %+). MTL (1–2 Ohm) = 50/50 oder 60/40.
  2. Entscheiden Sie zwischen Wolken und Geschmack: Wenn Sie dichte Wolken wollen, nehmen Sie 70/30. Wenn Ihnen der Geschmack wichtiger ist, greifen Sie zu 50/50.
  3. Passen Sie die Nikotinstärke an: Bei Subohm dampfen Sie mehr Liquid pro Zug. Daher sollten Sie die Nikotinstärke reduzieren: 0–6 mg/ml für Subohm, 6–18 mg/ml für MTL (Mistersmoke – Fachhändler).
  4. Testen Sie: Kaufen Sie eine 10-ml-Flasche und dampfen Sie einen Tag lang. Wenn der Verdampfer trocken läuft oder die Coil brennt, ist der VG-Anteil zu hoch.

Einfluss des Verdampfers und der Dampfgewohnheit

  • Einsteiger mit Pod-System: Starten Sie mit 50/50, um Leckagen zu vermeiden (Elfbar – Herstellerinformation).
  • Umsteiger von Zigaretten (MTL): 50/50 oder 60/40 mit 12 mg/ml Nikotin simuliert am besten das klassische Raucherlebnis.
  • Erfahrene Wolkenjäger (DL): 70/30 oder 80/20 mit 3 mg/ml Nikotin oder nikotinfrei.
Worauf Sie achten sollten

High-VG Liquids sind kein Spielzeug für Einsteiger. Wer ohne entsprechende Hardware dampft, riskiert nicht nur schlechten Geschmack, sondern auch überhitzte Batterien. Die EU-TPD schreibt für nikotinhaltige Liquids eine maximale Nikotinkonzentration von 20 mg/ml vor – egal ob 50/50 oder 100 % VG.

Die Konsequenz: Für den deutschen Dampfer, der täglich dampft, ist die goldene Regel: Subohm-Hardware + 70 % VG + 3–6 mg/ml Nikotin = das sicherste und befriedigendste High-VG-Erlebnis.

Vorteile von High-VG

  • Dichtere Dampfwolken
  • Milderer Throat Hit
  • Besser geeignet für Subohm-Dampfer

Nachteile von High-VG

  • Schwächere Geschmacksintensität
  • Höhere Viskosität – kann Coils verstopfen
  • Erfordert spezielle Hardware (Subohm)

Fazit

High-VG-E-Liquids bieten das, was ihr Name verspricht: dichte, sichtbare Dampfwolken bei mildem Throat Hit. Doch die Kehrseite der Medaille ist die Hardware-Abhängigkeit – ohne Subohm-Verdampfer bleiben die Wolken aus und die Coil verstopft. Die Sicherheitsbewertung durch die ECHA und die EU-Lebensmittelverordnung gibt grünes Licht für den Inhaltsstoff, aber die fehlenden Langzeitdaten zur Inhalation bleiben ein offenes Puzzleteil. Für den erwachsenen Dampfer in Deutschland, der seine Geräte kennt und die Nikotinstärke reduziert, ist die Entscheidung klar: Wer Wolken will, wählt 70/30. Wer Geschmack sucht, bleibt bei 50/50. Für beide Gruppen gilt: Achten Sie auf TPD-konforme Produkte mit Kindersicherung und pharmazeutischer Reinheit – dann steht dem Dampfspaß nichts im Wege.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich High-VG Liquid in einem normalen MTL-Verdampfer nutzen?

Technisch ja, aber die dicke Flüssigkeit wird die Coil schneller verschmutzen und die Dampfproduktion bleibt gering. Die meisten MTL-Verdampfer sind auf 50/50 ausgelegt. Probieren Sie maximal 60/40 VG/PG.

Welche Nikotinstärke ist für 70/30 Liquid empfehlenswert?

Für Subohm-Dampfer: 3 mg/ml oder 6 mg/ml. Höhere Konzentrationen (12 mg/ml oder mehr) führen bei Subohm zu einem unangenehm starken Throat Hit und können Nikotinübelkeit verursachen.

Warum ist High-VG Liquid dicker als normales Liquid?

Pflanzliches Glycerin (VG) hat eine deutlich höhere Viskosität als Propylenglykol (PG). Je höher der VG-Anteil, desto zähflüssiger das Liquid – vergleichbar mit Honig im Vergleich zu Wasser.

Hält High-VG Liquid länger als PG-Liquid?

Nein, eher das Gegenteil: Da High-VG-Liquids in Subohm-Verdampfern schneller konsumiert werden (mehr Dampf pro Zug), ist der Verbrauch pro Dampfsession höher. Die Flasche ist also nicht länger, sondern schneller leer.

Ist High-VG für Einsteiger geeignet?

Nicht als erstes Liquid. Einsteiger dampfen meist mit Pod-Systemen oder MTL-Verdampfern, die für 50/50 optimiert sind. Steigen Sie auf High-VG um, sobald Sie einen Subohm-Verdampfer besitzen und mit DL-Dampfen vertraut sind.

Wie reinige ich meinen Verdampfer nach High-VG Liquid?

Spülen Sie den Tank mit warmem Wasser (kein Seife), weichen Sie die Coil über Nacht ein und trocknen Sie alles gründlich. High-VG hinterlässt einen süßen Film, der sich ohne regelmäßige Reinigung zu Ablagerungen verdickt.

Gibt es High-VG Liquids mit Nikotinsalzen?

Ja, einige Hersteller bieten Nikotinsalze in High-VG-Basen an, typischerweise mit 10 mg/ml oder 20 mg/ml. Allerdings sind Nikotinsalze MTL-optimiert – kombinieren Sie sie vorsichtig mit Subohm, da die Aufnahme sehr schnell erfolgt.



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